Kurzantwort: Fett erstarrt in Rohren, bindet Haare und Schmutz und verengt den Querschnitt bis zur Verstopfung. Heißes Wasser mit Spülmittel hilft bei frischen Ablagerungen; ältere Pfropfen brauchen mechanische Reinigung oder professionelle Hochdruckspülung.
Wie Fett ins Rohr kommt
Beim Abwasch wird Fett aus Pfannen, Töpfen und Geschirr mit dem Abwasser weggespült. Im warmen Zustand fließt es problemlos - aber schon wenige Dezimeter nach dem Siphon kühlt das Wasser im Rohr ab. Fett erstarrt, klebt an der Rohrwand und nimmt Millimeter für Millimeter an Schichtdicke zu. Haare, Speisereste und Kalkpartikel haften daran und beschleunigen die Verstopfung. In Essener Mehrfamilienhäusern sammeln sich Fettablagerungen besonders in den gemeinsamen Fallleitungen.
Anzeichen für Fettablagerungen
- Küchen- oder Dusch-Abfluss läuft immer langsamer ab
- Leichte Geruchsbildung aus dem Abfluss
- Nach Spülen mit viel Wasser kurzzeitige Besserung, dann wieder Verlangsamung
- Bei der Hochdruckspülung treten cremig-fettige Klumpen aus dem Reinigungsschacht
Methoden zur Beseitigung
Heißes Wasser und Spülmittel (frische Ablagerungen)
Kochen Sie einen Liter Wasser auf und mischen Sie einen großzügigen Schuss Geschirrspülmittel darunter - Spülmittel ist ein Fettlöser. Gießen Sie die Mischung langsam in den Abfluss. Wiederholen Sie das zwei- bis dreimal. Funktioniert gut bei jungen Ablagerungen, die noch weich und nicht zu dick sind.
Backpulver und Essig (leichte Fettablagerungen)
Geben Sie drei bis vier Esslöffel Backpulver in den Abfluss, folgen Sie mit einem halben Becher Essig. Die Reaktion lockert Ablagerungen mechanisch. Nach 20 Minuten mit heißem Wasser nachspülen. Umweltfreundlich und wirksam bei regelmäßiger Anwendung als Vorbeugung.
Rohrspirale (mittlere Ablagerungen)
Eine Rohrspirale von 5 bis 10 Metern Länge zerbricht oder zieht härtere Fettkuchen heraus. Für Küchenleitungen mit regelmäßigem Fettanfall ist das die zuverlässigste Heimwerkermethode.
Professionelle Hochdruckspülung (starke oder tiefe Ablagerungen)
Ein Rohrreinigungsbetrieb in Essen setzt Hochdruckwasser mit bis zu 200 bar ein. Die rotierende Düse schleudert das Wasser radial gegen die Rohrwand und löst auch jahrelange Fettschichten vollständig ab. Anschließend spült der Wasserstrahl die gelösten Ablagerungen aus. Das Verfahren ist für Grundleitungen und starke Fettablagerungen das einzig wirklich effektive Mittel.
Langfristige Vorbeugung
- Fett nie ins Spülbecken: Abgekühltes Bratfett in einem Behälter sammeln und im Restmüll entsorgen.
- Sieb verwenden: Ein Abflusssieb fängt Speisereste ab, bevor sie ins Rohr gelangen.
- Wöchentlich heißes Wasser nachspülen: Kurzes Nachspülen mit sehr heißem Wasser hält frische Anlagerungen flüssig.
- Regelmäßige Inspektion bei älteren Leitungen: In Essener Altbauten lohnt alle zwei bis drei Jahre eine professionelle Reinigung, bevor die Leitung ganz zuwächst.